Going Well

Objekte für das Operngassenforschungslabor, zusammengetragen von Nora Gutwenger, einer Künsterin, die den Ort und seinen Kontext thematisiert.

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Nora Gutwenger ergründet in ihren Arbeiten den Raum des Öffentlichen – ein Raum, der es verlangt, seine Bedingungen kontinuierlich von Neuem zu verhandeln und seine Funktionen zu diskutieren. In ihren Arbeiten verwendet sie einen Ort und seinen Kontext als Arbeitsmaterial und Aktionsfeld. Das Aufbrechen der alltäglichen Vorstellungen erlaubt ihr die Freiheit, unsere Umgebung als Material für künstlerische Interventionen und Experimente einzusetzen. Über diese Auseinandersetzungen entstehen performative, installative, als auch partizipative Arbeiten.

Für das Operngassenforschungslabor, hat sie die  Häuser der Operngasse treppauf und treppab besucht um dort Materialien zusammenzutragen, die vom Ort und dessen Bewohner*innen selbst stammen, um schließlich in einem Raum in der Operngasse zu einem neuen Kontext zusammengetragen und akkumuliert zu werden – um was es sich dabei handelt, wird allerdings noch nicht verraten. Nur so viel: Dieses Objekt verbindet uns als Mensch mit dem Straßenraum. Der Ausstellungsraum ist ein ehemaliges Ladenlokal in der Operngasse, dass von dem Verein „Patachronique“ verwaltet und bespielt wird.

 

Die Austellung findet statt von:

Donnerstag  15.3. –  Samstag 17.3.

Öffnungszeiten: 19:00 – 21:00

Ort: Projectcell in der Operngasse 36.

 

Fb Event

Patachronique

Neugierige vor!

Frühlingshafte Grüße von der Operngassenforscherin

 

 

Die Straße ist ein kultureller Raum

Straße ist eine räumliche Option. Nicht nur Begleiterscheinung von Mobilität sondern ein Teil der Kulturgeschichte der Menschheit.

Es gibt unendlich viele verschiedene Arten von  Straßen und Wegen. Die meisten Bezeichnungen für eine spezielle Art von Weg stammen im europäischen Raum von den Römern, die schon in der Antike die Straßenbaukunst zur Spitze trieben: Die >via<, war der einfache Feldweg, die befestigte oder bekieste Straße die >via strata<. Eine >via calceata<, war ein mit Mörtel oder Kalksteinen gebundener Belag, die >via rupta<, ein in Fels gehauener Weg, eine >via ruta<, ein in den Boden gegrabener Weg. Viele Begriffe im europäischen Sprachraum, erinnern heute noch daran: Chaussée, causeway, calcata, route, rue, road, chemin und cammino. [1]

Die Straße war seit jeher für den Menschen ein Werkzeug zur Erschließung, ein Hilfsmittel zum Transport, aber auch eine Möglichkeit des kulturellen Austausches. Auf ihnen wurden Handelsgüter transportiert, Militärs gruben sich durchs Land und es reisen Flüchtlinge auf Transitrouten quer durch die Welt. Doch in südlichen Ländern ist die Straße auch zu einem Lebensraum geworden, sie ist ein Ort der Begegnung und Bestandteil des Wohnraumes. Die Wechselwirkung von Mensch und Straße ist also vielfältig und zutiefst in der Kultur verankert.[2]  Einen kleinen Beitrag dazu soll das Operngasseforschungslabor leisten, eine Möglichkeit den Straßenraum zu verstehen und ihn neu zu entdecken. Straße ist eine Option und nicht nur Begleiterscheinung von Mobilität sondern ein Teil der Kulturgeschichte der Menschheit.

Im Februar und im März wird es wieder spannend in der Operngasse. Was passiert wird hier in den nächsten Tagen angekündigt.

Bodenhaftung nicht verlieren!

Eure Operngassenforscherin

[1] Hitzer, Hans (1971):
Die Straße. Vom Trampelpfad zur Autobahn ; Lebensadern von der Urzeit bis heute.
München: Callwey , S.7

[2] Ibd, S.8

 

Abbildung: Trittsteine über die Straßen Pompejis: Die Füße der Passierenden blieben trocken während die Straße vom Staub und Dreck gereinigt wurde –

Bild entnommen aus:

Rudofsky, Bernard (1995): Strassen für Menschen. Salzburg/Wien: Residenz Verlag., S.274

Wellnessresort Verkehrsinsel

Eine Neuinterpreation der Verkehrsinsel: Wellnessresort Girardipark. Die Operngasse bekommt Besuch vom Kollektiv Raumstation.

Völlig unberechtig, fristet sie ein einsames und unbemerktes Dasein: Die Verkehrsinsel. Wo sie doch vom Fluss der Betriebsamkeit umschlossen wird und ein perfekt abgeschiedenes Plätzchen auf dem Lonely Planet bietet.

Diese Vergessenheit bemerkte auch die Crew der Raumstation bei ihren ersten Sondierungen der Operngasse. Der Giradipark / Esperantopark liegt abgeschnitten zwischen Wienzeile / Friedrichstraße und Operngasse und bietet doch einen Platz zum Verweilen, so man diese Möglichkeit erkennt. Einzig Bustouristen und Besucher einer bekannten Fast Food Kette am Karlsplatz kennen diesen Ort und seine Möglichkeiten vielleicht. Das soll sich nun ändern.

An zwei Tagen wird die Insel mit Programm bespielt und kann via Audiowalks  begangen und erforscht werden. Auf dem Hochsitz kann mit der scheuen Spezies der Automobilist*innen Kontakt aufgenommen werden. Auch Entspannung ist dem und der Inselbesucher*in garantiert: Ob bei Sauna und Tee oder beim Rodeln mit Walter kann der Winter in  vollen Zügen genossen werden. Ob da noch Zeit für eine Insel – Safari ist kann der/die Urlauber*in selbst entscheiden.

Das genaue Programm und die Voranmeldung für die einzelnen Aktivitäten ist hier zu finden:

Verkehrsinsel Resort

Datum: 16. und 17.12. 2017 von 12:00 – 17:00

Ort: Giradipark/Esperantopark, 1010 Wien

Es freut sich auf diese vorweihnachtliche Entspannung!

Die Operngassenforscherin

 

Kollektiv Raumstation

 

Operngassenspaziergänge #1

Forschungsobjekt: Wiener Operngasse.
Erster Versuch einer Annäherung.

SITZPROBE

Ein erstes Erkunden und Erobern des Terrains Wien, Wieden erfolgte schon im Februar diesen Jahres. Mit einfachen Mitteln: Einem Hocker und meinem Körper testete ich verschiedenste Winkel und Ecken meines Forschungsobjektes aus: Der Wiener Operngasse. In Verneigung und mit Verweis auf die österreichische Medien – und Performancekünstlerin Valie Export und ihre Arbeit: Körperkonfigurationen von 1972.

Diese Art von künstlerischer Recherche diente mir dazu dem Ort auf dem Zahn zu fühlen ihn zu spüren und durchmessen.  Auf diese Art und Weise erkundete ich den Straßenraum um mir ein Bild von der Straße zu machen und um mir Expertise und Wissen über den Ort anzueignen.

photos © Marlene Handl

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